Planung im Bäderquartier

 

1998

Baden und Ennetbaden wollen das Bäderquartier gemeinsam entwickeln


Die Stadt Baden wirkte mit der Gemeinde Ennetbaden auf eine rasche Realisierung der Umfahrung hin und engagierte sich für die Weiterentwicklung des Bäderquartiers. Mit dem Entwicklungskonzept Bäderquartier Baden–Ennetbaden wurde eine gemeinde- übergreifende Betrachtung angestrebt, welche den Limmatraum als Natur- und Erholungsraum miteinbeziehen und eine klare Positionierung des Bäderquartiers aufzeigen sollte. Massgebend für diese Weiterentwicklung ist die zeitgemässe Nutzung des Thermalwassers.

 

2002

Genehmigung des Entwicklungsrichtplans (ERP) für
das Bäderquartier


Im ERP wurde die räumliche Umsetzung der Entwicklungsziele konkretisiert: «Städtebauliche und landschaftliche Elemente sollen eine intensive Verbindung eingehen. Thermal- und Flussraum- gestaltung soll als verbindendes sinnliches Element der Freiraumgestaltung erlebbar gemacht werden. Wasser soll in verschiedenen Erscheinungsformen, Qualitäts- und Fliesszuständen als Quelle der Erholung und Heilung, als Element von Spass und Lebenslust wahrgenommen werden» (ERP Bäderquartier, S. 8). Das Thermalbad im Mättelipark wurde als zusammenhängende Park- und Badelandschaft gedacht.

 

Gründung der Interessengemeinschaft IG Blaue Stadt


Die IG hat zum Ziel, eine wirkungsvolle Zusammenarbeit aller Interessengruppen
für die nachhaltige Entwicklung der «Blauen Stadt» an der Limmat zu
fördern.

 


2006

Grundlagen für einen Sondernutzungsplan sollen
ausgearbeitet werden


Die Stadt Baden hat das Architeturbüro Max Dudler beauftragt,Grundlagen für einen Sondernutzungsplan auszuarbeiten.
Anlass dazu gab das Scheitern von verschiedenen Thermalbadprojekten, die
entweder den Anforderungen des Betreibers oder den Vorgaben der Stadt (ERP) und der Denkmalpflege nicht genügten.

 

Wechsel der Besitzverhältnisse der Verenahof AG


Mit dem Wechsel der Eigentumsverhältinisse zog die Stadt Baden den Auftrag an das Büro Dudler zurück. Soweit uns bekannt, wurde statt dessen das Bäderingenieurbüro Kannewischer für eine Machbarkeitstudie beigezogen. Es kann davon ausgegangen werden, dass für das international tätige Büro vorwiegend betriebswirtschaftliche Untersuchungen zur Festlegung der Rahmenbedingungen im Vordergrund standen.


2008

Vorbereitung und Durchführung des Studienauftrags


«Laut Stadtammann Stephan Attiger ist das neue Thermalbad ein Schlüsselprojekt
für Baden, entsprechend hoch soll die architektonische Qualität sein.»

(NZZ, 21.11.2008).
Der Stadtrat stellt dem Einwohnerrat den Antrag, einen Kredit von CHF 660‘000.– zur Durchfühurung eines Studienauftrags für die bauliche Entwicklung im Bäderquartier zu genehmigen. Der Stadtrat empfielt die Annahme mit dem folgenden Fazit: «Die mit dem Eigentümerwechsel bei der Verenahof AG entstandene Ausgangslage soll zu einer nachhaltigen Entwicklung des gesamten Bäderquartiers genutzt werden. ...» (Antrag des Stadtrats an den Einwohnerrat, 3.3.2008, S. 7). Mit der Stadt handelt die Verenahof AG aus, dass sie im Limmatknie im Widerspruch zum ERP zusätzlich Wohnraum und 500 Parkplätze projektieren darf. Im ERP war die Rede von 300 Parkplätzen, heutiger Stand 193 Parkplätze. Trotz der Bedeutung der Therme für Baden und der anspruchsvollen Aufgabenstellung wurden nur fünf Architekturbüros eingeladen und der Zeitrahmen für die Ausarbeitung des Studienauftrags kurz gesetzt. Das Architekturbüro Diener Diener und die Ersatzjurorin (Architektin Astrid Staufer) haben auf eigenen Wunsch das Studienauftragsverfahren verlassen...

 


2009

Auswertung des Studienauftrags


In den Tageszeitungen wird der Stararchitekt gefeiert. Die Qualitäten des Projekts werden weder genannt noch kritisch beurteilt. Meinungen von Fachleuten werden überhört. «Ausschlaggebend für die Entscheidung für das Projekt von Mario Botta scheinen funktionale, betriebliche und wirtschaftliche Überlegungen gewesen zu sein.» (Felix Alexander, Bäderquartier Baden, in: Tec21 37-38/2009). Wir sind der Meinung, dass alle Projekte städtebaulich aus dem Rahmen fallen. Beim Versuch der Körnigkeit des Bäderquartiers eine angemessene Proportionierung der Volumen und Aussenräume gegenüber zustellen, scheitern die Projekte; das Raumprogramm ist zu gross. Am ehesten mag die städtebauliche Setzung des Projekts von Christian Kerez zu überzeugen, diese kann jedoch die Vorstellungen der Auftraggeberinnen am wenigsten erfüllen.


2010

Anpassung der städtebaulichen Planungsinstrumente


Das Siegerprojekt ist mit den aktuellen Planungsinstrumenten nicht realisierbar. Der ERP Bäderquartier und die BNO müssen dem Projekt angepasst werden. Zusätzlich ist ein Sondernutzungsplan erforderlich.Gründe für die Anpassung des ERP und der BNO sind unter anderem der projektierte Wohnbau in der Nutzungszone des Thermalbads, die Teilüberbauung des Mätteliparks, sowie die zusätzlichen Parkplätze (ERP Bäderquartier, Bestimmungen und Pläne, 2002).


FAZIT

Es herrschen verkehrte Welten:
Nicht die Stadtplanung, sondern das Projekt selbst diktiert die städtebaulichen Rahmenbedingungen!


 

 

 

 



couvert

                     ihre meinung interessiert uns!